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Bandmesser richtig auswählen

Warum die richtige Auswahl entscheidend ist

Bei einem Bandmesser müssen mehr Dinge passen als nur Länge, Breite und Dicke. Entscheidend ist vor allem, was geschnitten wird und welche Aufgabe das Messer in der Maschine übernimmt. Ein weicher Schaumstoff verhält sich beim Schneiden anders als Gummi, Papier, Textilien oder Brot. Entsprechend unterscheiden sich auch die Anforderungen an Schneide und Verzahnung.

Bei der Auswahl sollte deshalb immer zuerst geklärt werden: Welches Material wird verarbeitet? Soll gerade geschnitten, gespalten oder eine Kontur gefahren werden? Welche Abmessungen gibt die Maschine vor? Und welche Schneidengeometrie eignet sich für den gewünschten Schnitt?

Eine unpassende Ausführung zeigt sich häufig direkt am Ergebnis – etwa durch ausgefranste Schnittkanten, gequetschtes Material, erhöhten Schneidwiderstand oder unnötig schnellen Verschleiß. Die richtige Auswahl beginnt deshalb immer bei Material, Maschine und Schnittaufgabe.

Die 5 wichtigsten Punkte bei der Bandauswahl

Material → Schnittaufgabe → Maschine → Abmessungen → Schneide​

Material und Schnittaufgabe bestimmen die Schneide

Die Materialbezeichnung allein reicht für die Auswahl eines Bandmessers nicht aus. Entscheidend ist auch, wie sich das Material beim Schneiden verhält und welches Ergebnis erreicht werden soll. Ein weicher Schaumstoff kann sich unter Druck verformen, Gummi federt nach, Textilien können an der Schnittkante ausfransen und Brot darf beim Schneiden nicht unnötig gequetscht oder aufgerissen werden.

Hinzu kommt die Schnittaufgabe. Ein gerader Trennschnitt stellt andere Anforderungen an das Bandmesser als ein Konturschnitt, das Spalten eines Materials oder eine Maschine, die in beide Bewegungsrichtungen schneiden soll. Deshalb sollte die Schneide immer zusammen mit Material und Anwendung betrachtet werden.

Übersicht typischer Anforderungen und Bandmesser-Verzahnungen für Brot, Schaumstoff, Gummi, Textilien, Papier und Kunststoff

Maschine und Abmessungen richtig bestimmen

Ist Material und Schnittaufgabe geklärt, muss das Bandmesser zur vorhandenen Maschine passen. Länge, Breite und Dicke können nicht beliebig gewählt werden, sondern richten sich nach dem Aufbau der Schneidanlage und dem vorgesehenen Einsatz. Besonders bei Ersatzmessern ist es deshalb sinnvoll, die vorhandenen Abmessungen genau zu übernehmen oder die technischen Angaben der Maschine heranzuziehen.

Bandmesser für Maschinen verschiedener Hersteller

Gerade in der Lebensmittelverarbeitung gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Brotschneide- und Bandschneidemaschinen. HaBuR fertigt Bandmesser beispielsweise für Anlagen von Hartmann-Selectra, HOBA, IPEKA, Dovaina, UBE oder AMF sowie für Maschinen weiterer Hersteller.

Der Herstellername hilft bei der ersten Zuordnung, reicht allein aber nicht aus. Je nach Baureihe und Maschinentyp können unterschiedliche Bandlängen, Breiten und Dicken erforderlich sein. Deshalb sind die tatsächlichen Maße des eingesetzten Bandmessers immer die wichtigste Grundlage.

Ist bereits ein passendes Bandmesser vorhanden, können dessen Abmessungen direkt übernommen werden. Alternativ helfen die technischen Unterlagen der Maschine oder Angaben zu Hersteller und Modell bei der Bestimmung.

Die richtige Bandlänge

Die benötigte Bandlänge wird durch die Maschine vorgegeben und kann je nach Hersteller oder Anwendungsbereich in Millimetern oder Zoll angegeben sein. Typische Größen sind beispielsweise 150″ (3.810 mm) oder 176″ (4.470,4 mm), daneben kommen zahlreiche weitere Längen zum Einsatz.

Entscheidend ist, dass die Länge zur Rollenführung und zum vorhandenen Spannbereich der Maschine passt. Am einfachsten lässt sie sich über ein bereits eingesetztes Bandmesser oder die technischen Unterlagen der Maschine bestimmen.

Ist kein Muster vorhanden, helfen Hersteller und Maschinenmodell bei der Zuordnung. Die Bandlänge sollte möglichst exakt übernommen werden, damit sich das Bandmesser korrekt montieren und spannen lässt.

Bandbreite und Banddicke

Bandbreite und Banddicke beeinflussen, wie stabil oder flexibel sich ein Bandmesser während des Schnitts verhält. Beide Maße müssen deshalb zur Maschine und zur jeweiligen Schneidaufgabe passen.

Bei der Bandbreite geht es vor allem um die Führung des Messers. Breitere Bandmesser besitzen eine höhere seitliche Stabilität und eignen sich daher besonders für lange, gerade Schnitte oder zum Spalten und Schälen von Material. Soll das Bandmesser dagegen Richtungsänderungen und kleinere Radien fahren, wird eine schmalere Ausführung benötigt. Je schmaler das Band ist, desto leichter kann es einer Kontur folgen. Wie schmal es werden darf, hängt wiederum von Maschine, Führung und dem gewünschten Radius ab.

Die Banddicke beeinflusst die Steifigkeit des Bandes und gleichzeitig seine Biegebeanspruchung. Ein dickeres Band ist formstabiler und kann bei höheren Schnittkräften Vorteile bieten. Gleichzeitig muss es bei jedem Umlauf über die Rollen gebogen und wieder gestreckt werden. Je dicker das Band im Verhältnis zum Rollendurchmesser ist, desto stärker wird es dabei beansprucht. Eine größere Dicke bedeutet deshalb nicht automatisch eine höhere Standzeit oder einen besseren Schnitt.

Bei weichen und flexiblen Materialien wird häufig mit anderen Bandabmessungen und Führungen gearbeitet als beispielsweise beim Spalten dichter oder schwerer Materialien. Für solche Anwendungen kommen zum Teil deutlich breitere Bandmesser zum Einsatz, damit die Schneide über eine lange Schnittstrecke stabil geführt wird. Bei Konturmaschinen steht dagegen die Beweglichkeit des Bandes stärker im Vordergrund.

Breite und Dicke sollten deshalb nicht einzeln betrachtet werden. Entscheidend ist die Kombination aus Maschine, Rollendurchmesser, Führung, Material und Schnittaufgabe. Wird ein bereits funktionierendes Bandmesser ersetzt, sind die vorhandenen Maße zunächst die sicherste Grundlage. Eine Änderung der Abmessungen sollte nur erfolgen, wenn Maschine und Anwendung dies zulassen.

Grafik zur Bestimmung von Bandlänge, Bandbreite und Banddicke bei Bandmessern
Übersicht der benötigten Angaben zur Auswahl eines Bandmessers mit Bandlänge, Bandbreite, Banddicke, Verzahnung und Material

Schneidengeometrien bei Bandmessern

Bei der Schneide gibt es keine Universallösung. Was bei Brot gut funktioniert, kann bei Gummi, Schaumstoff, Papier oder Textilien die falsche Wahl sein. Je nach Material muss die Schneide unterschiedlich stark greifen, sauber durch das Material laufen oder möglichst wenig Druck auf das Schneidgut ausüben.

Eine unpassende Geometrie merkt man meist direkt am Schnitt. Brot kann gequetscht oder aufgerissen werden, Textilien fransen aus, weiche Schaumstoffe verformen sich oder der Schneidwiderstand wird unnötig hoch. Deshalb wird die Schneide passend zu Material, Schnittaufgabe und Maschine ausgewählt.

Die folgende Übersicht zeigt die bei HaBuR verfügbaren Schneidengeometrien und Verzahnungen.

Mögliche Verzahnungen

Abbildung Bandmesser Zahnform Welle 4 mm
Abbildung Bandmesser Zahnform Welle 6 mm
Abbildung Bandmesser Zahnform Welle 9 mm
Abbildung Bandmesser Zahnform Welle 12 mm
Abbildung Bandmesser Zahnform Combiwelle
Abbildung Bandmesser Zahnform Taifun
Abbildung Bandmesser Zahnform Zackenwelle

Bandmesser für Brot

Beim Schneiden von Brot muss die Verzahnung zwei sehr unterschiedliche Bereiche bewältigen: außen die Kruste und innen die deutlich weichere Krume. Das Bandmesser muss sicher in die Kruste eingreifen, ohne das Brot dabei unnötig zu drücken, aufzureißen oder während des Schnitts stark zu verformen.

Zu den bei HaBuR häufig eingesetzten Verzahnungen gehören die Combiwelle sowie die Wellenverzahnungen 6 mm und 12 mm. Welche Variante besser passt, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Kruste, Konsistenz, Feuchtigkeit und Aufbau des Brotes können das Schneidverhalten deutlich verändern.

Daneben stehen weitere Verzahnungen wie Welle 4 mm, Welle 9 mm, Zackenwelle, Taifun sowie konkave und konvexe Ausführungen zur Verfügung. Dadurch lässt sich das Bandmesser auf unterschiedliche Brotsorten und Schneidaufgaben abstimmen.

Bandmesser für Schaumstoff und Gummi

Schaumstoff und Gummi reagieren beim Schneiden deutlich anders als feste Materialien. Weiche Schäume können sich unter Druck verformen, dichtere Schäume setzen der Schneide mehr Widerstand entgegen und Gummi federt durch seine Elastizität nach. Die Schneide muss deshalb so gewählt sein, dass sie kontrolliert in das Material eingreift, ohne es unnötig zu stauchen oder aus der Schnittlinie zu drücken.

Bei weicheren Schaumstoffen kommen häufig glatte oder geschliffene Bandmesser zum Einsatz. Für dichtere, festere oder schwerer zu trennende Materialien können gezahnte Ausführungen sinnvoll sein, weil sie leichter in das Material eindringen. Hersteller von Schaumstoffschneidanlagen unterscheiden entsprechend zwischen glatten und gezahnten Bandmessern und setzen je nach Material und Maschine unterschiedliche Ausführungen ein.

Bei HaBuR stehen für Schaumstoff und Gummi unter anderem flach gezahnte, spitz gezahnte, konkave und konvexe Ausführungen zur Verfügung. Welche davon passt, hängt von Materialdichte, Elastizität, Schnittart und Maschine ab.

Bandmesser für Textilien und Papier

Bei Textilien kommt es vor allem darauf an, die Fasern sauber zu trennen, ohne die Schnittkante unnötig auszufransen oder das Material während des Schnitts zu verschieben. Je nach Gewebe, Materialstärke und Aufbau werden deshalb unterschiedliche Schliffe eingesetzt. Bei HaBuR kommen dafür häufig gerade Schneiden mit einseitiger doppelter oder vierfacher Wate zum Einsatz.

Bei Papier steht ebenfalls eine saubere und gleichmäßige Schnittkante im Vordergrund. Je nach Anwendung unterscheiden sich jedoch die Anforderungen an die Schneide. Zur Verfügung stehen unter anderem einzelgerade Schneiden, einzelne symmetrische Fase, doppelgerade Schneiden sowie konkave und konvexe Geometrien.

Welche Ausführung passt, hängt bei beiden Materialien nicht nur von der Materialart ab. Auch Materialstärke, Lagenaufbau, gewünschte Schnittqualität und die eingesetzte Maschine spielen bei der Auswahl eine Rolle.

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